Bauberatung in Hessen

Moderne Heiztechnik im EigenheimWährend noch vor wenigen Jahren kaum ein Bauinteressent über ein effizientes Heizungssystem ernsthaft nachdachte, beschäftigen sich Bauinteressenten nun mit diesem Theme sehr intensiv. Es liegt auf der Hand, dass die Energiekosten ständig steigen und so ist vorausschauendes Denken gerade in Bezug auf das richtige Heizungssystem von immenser Wichtigkeit.
Moderne Heizungsanlagen und Heizsysteme ermöglichen nicht nur ein umweltfreundliches Heizen, sondern auch die Energiekosten auf ein überschaubares Maß zu halten. Es lohnt sich allein ob der explodierenden Preise für fossile Energieträger die Investition in zukunftsweisende Haustechnik. Folgende Kriterien sollten dabei beachtet werden, damit das Heizsystem nicht schon bald wieder als veraltet gilt: Erneuerbare Energien sollten genutzt werden, die verwendeten Ressourcen sollten möglichst kostengünstig sein und eine Schadstoffemission sollte stark reduziert, idealerweise gänzlich vermieden werden.

Heizen mit Erdöl oder Erdgas

Wer in den 1950-er bis 1970-er Jahren sein Eigenheim baute, für den war die Frage nach der Heizungsart reine Rhetorik: In praktisch allen Neubauten wurden Ölheizungen installiert. Erdöl war billig, erst die Ölkrise im Jahr 1973, die durch das Embargo der OPEC ausgelöst worden war, ließ den Rohstoff in einem anderen Licht erscheinen. Heute ist längst klar, dass die Erdölreserven zur Neige gehen, und gerade in Deutschland wird das Fracking als alternative Erschließungsmethode zur klassischen Ölbohrstelle sehr kritisch gesehen. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch beim Erdgas ab: Auch von diesem Rohstoff werden die Ressourcen so knapp, dass sogar dort Bohrungen wieder aufgenommen werden, wo man sie vor zwanzig oder mehr Jahren wegen mangelnder Rentabilität beendet hatte. Nicht zuletzt macht auch die Politik den Heizungsanlagen, die mit einem der beiden fossilen Brennstoffe betrieben werden, einen Strich durch die Rechnung. Im europäischen Ausland hat Dänemark so etwas wie eine Vorreiterrolle eingenommen: Dort dürfen schon seit dem 1. Januar 2013 in Neubauten keine Öl- oder Gasheizungen mehr eingebaut werden. Doch auch in Deutschland deutet sich eine ähnliche Entwicklung an. Das Bundeswirtschaftsministerium plant, die Förderung von Gas- und Öl-Brennwertthermen ab dem Jahr 2020 zu stoppen. Fossile Energieträger sollen in Zukunft nur noch in Hybridanlagen zum Einsatz kommen. Der Anteil der fossilen Energieträger ist bei Heizungsanlagen in Neubauten zwar ohnehin rückläufig, wenn der CO2-Ausstoß allerdings bis 2030 um 40 % sinken soll, muss dafür noch einiges getan werden. Nicht ohne Grund wird von den Grünen in Baden-Württemberg der Vorschlag gemacht, die bislang geltenden Ausnahmen für den Betrieb älterer Heizkessel, die mit Erdgas oder Erdöl betrieben werden, zu streichen. Derzeit könne diese noch länger als 30 Jahre verwendet werden. In Bezug auf Ölheizungen machen einige Bundesländer in Österreich bereits Nägel mit Köpfen: Zum Jahresbeginn 2019 dürfen in Wien und Niederösterreich keine Ölheizungen mehr in Neubauten installiert werden, zum September 2019 wird auch Oberösterreich entsprechend nachziehen. Wann das Ende für Gasthermen kommt, ist nur eine Frage der Zeit. Lesen Sie bitte auch unseren Artikel "Ist die Gas-Brennwertheizung im Neubau noch zeitgemäß?"  auf www.massivhaus-zentrum.de!

Wärmepumpen

Das Heizprinzip von Wärmepumpen passt ideal zu einem modernen Massivhaus mit kontrolliertem Lüftungssystem und geschlossener Hausaußenhülle, handle es sich dabei um eine Erd-, Abluft- oder Luftwärmepumpe. All diese genannten Heizungssysteme lassen sich problemlos in ein neu gebautes oder renoviertes Massivhaus integrieren. Obwohl preiswerter und einfacher zu installieren, sind Luftwärmepumpen weniger effizient als Erdwärmepumpen, stellen jedoch eine Alternative für Fälle, in welchen es nicht möglich ist, auf Erdwärme zurückzugreifen, dar. Die Effizienz von Luftwärmepumpen hängt von der Umgebungstemperatur ab, wodurch eine solche Pumpe in der kalten Jahreszeit durchaus an ihre Grenzen gelangen kann. Daher kann es sinnvoll sein, eine Luftwärmepumpe alternativ mit anderen Heizungssystemen zu betreiben. Wer in eine Erdwärmepumpe investiert, hat zunächst mit erheblich höheren Anschaffungsosten als mit einer Luftwärmepumpe zu rechnen, doch kann mit dem Vierfachen an Nutzungsenergie rechnen. Eine Abluftwärmepumpe ist im Prinzip kein Instrument zur Gewinnung von Energie, sondern zur Rückgewinnung von Wärme in Form verbrauchter Raumluft und lässt sich ideal in andere Heizungssysteme integrieren.

Blockheizkraftwerke (BHKW)

Ein Blockheizkraftwerk, welches nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung funktioniert, kann mit Öl, Gas oder Biomasse betrieben werden und erzeugt Abwärme, welche für Heizung und Warmwasser einsetzbar ist. Dieses Kraftwerk ist aufgrund staatlicher Fördermittel mittlerweile auch für Besitzer eines Eigenheims interessant. Die doch relativ hohen Anschaffungskosten werden durch einen Wirkungsgrad von 92 Prozent deutlich abgemildert, zumal etwaiger überschüssiger Strom ins öffentliche Netz abgegeben werden kann.

Pelletheizung

Bei einer Pelletheizung handelt es sich um ein Heizsystem für Feststoffe, mit welchem sogenannte 'Pellets', meist gepresste Stäbchen aus Holzspänen und Sägemehl, verbrannt werden. Bezüglich der Wartung sind Pelletheizungen vergleichbar mit Öl- und Gasheizungen. Es wird unterschieden zwischen Zentralheizungen mit Steuerungstechnik und Einzelöfen für den Wohnraum mit einer direkten Wärmeabstrahlung, wobei erstere ab einem Wärmebedarf von 8 kW und letztere von maximal 6 bis 8 kW üblicherweise ihren Einsatz finden. Die Anschaffungskosten für eine Pelletheizung sind höher als bei vergleichbaren Gas- oder Ölheizungen, werden jedoch durch den niedrigeren Rohstoffpreis abgefangen. Hinzu kommt die Möglichkeit der Förderung bei der Verwendung erneuerbarer Rohstoffe.

Solarthermie

Kluge Speichertechniken und ein hoher Wirkungsgrad erzielen bei dieser Form der Energiegewinnung hervorragende Ergebnisse. Die Energie der Sonne erwärmt hier in den Kollektoren den Wärmeträger. Die Wärme wird sodann über einen Wärmetauscher weitergegeben, um Heizung oder Brauchwasser mit der notwendigen Energie zu versorgen. Mit einer Solarthermieanlage wird eine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen maßgeblich reduziert und somit zur Nutzung umweltfreundlicher Energie beigetragen. Auch hier federn hohe Fördermittel die Anschaffungskosten in nicht unerheblichem Maße ab.

Fördermöglichkeiten für zukunftsweisende Heizsysteme

Wohl die Mehrheit der Bauherren oder Hausbesitzer sind prinzipiell bereit, ihren Neubau oder ihre Modernisierung mit Rücksicht auf Natur und Umwelt-Ressourcen durchzuführen. Doch dafür ist erst einmal eine gewisse Kapitaldecke für die anfallenden Mehrkosten nötig. Müssen solche Maßnahmen mit der Aufnahme von Krediten bestritten werden, so steht die Wirtschaftlichkeit dessen oft sehr schnell infrage. Aus diesem Grunde haben Bund und Länder entschieden, angehende Bauherren und Hausbesitzer zu unterstützen, indem verschiedene Möglichkeiten zur Förderung von Baumaßnahmen bereitgestellt werden.

Be- und Entlüftungssysteme: Moderne Häuser brauchen Lüftungskonzepte

In den vergangenen Jahren haben sich die energetischen Anforderungen, die an Neubauten gestellt werden, laufend verschärft. Ein Ende dieser Entwicklung ist angesichts der Klimaziele der EU nicht abzusehen. Ein absolut luftdichtes Gebäude muss allerdings anders belüftet werden als eines, das vor einigen Jahrzehnten gebaut worden ist: In heutigen Neubauten gibt es keinen „versehentlichen“ Luftaustausch über feine Risse im Mauerwerk oder nicht völlig abschließende Außentüren und Fenster. Der Rat, dreimal täglich per Stoßlüftung für einen Luft- und Feuchteaustausch zu sorgen, hat sich bei modernen Häusern überholt. Bauherren denken heute über zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen nach. In der Regel fällt die Entscheidung zugunsten einer zentralen Abluftanlage aus, weil die Energieeinsparverordnung (EnEV )aufgrund ihrer engen Vorgaben an den Primärenergiebedarf keinen Spielraum mehr lässt. Lesen Sie bitte unseren Beitrag zum Thema "Lüftungsanlagen in Wohngebäuden" auf www.massivhaus-zentrum.de.

Heizysteme für das Eigenheim im Vergleich

  • Wärmepumpen
    Kosten: Zwischen 12 000 und 18 000 €.
    Umweltverträglichkeit: Hängt ab von der Art der Stromentstehung.
    Zukunftssicherheit: Die Sicherheit der Versorgung ist abhängig von derjenigen der Stromversorgung.
    Förderung: Es existieren KfW-Förderprogramme sowie eine BAFA-Förderung ausgesuchter Wärmepumpen in Bestands-Bauten.
    Vorteile: Eine Lagerhaltung ist nicht notwendig.
    Nachteile: Hoher Anschaffungspreis.

  • Blockheizkraftwerk:
    Kosten: Zwischen 15 000 und 30 000 €.
    Umweltverträglichkeit: Abhängig von Brennstoffart bei optimaler Ausnutzung der Rohstoffe.
    Zukunftssicherheit: Abhängig von Rohstofflieferanten.
    Förderung: KfW- und BAFA-Programme.
    Vorteile: Unabhängig vom Versorgungsnetz, geringer Platzbedarf.
    Nachteile: Hohe Anschaffungs- und Wartungskosten, unwirtschaftlich bei nur geringem Bedarf an Energie.

  • Pelletheizungen
    Kosten: 12 000 bis 25 000 €
    Umweltverträglichkeit: Hoch, da nachwachsender Rohstoff (Holz).
    Zukunftssicherheit: Sicher, da moderne Anlagen einen Wirkungsgrad von bis zu 90% aufweisen.
    Förderung: KfW- und BAFA-Förderungen.
    Vorteile: Unabhängigkeit von Energieversorgern.
    Nachteile: Hohe Anschaffungskosten, Lagerhaltung erforderlich, Preise für Pellets langfristig nicht überschaubar.
  • Solarthermie:
    Kosten: Zwischen 5 000 und 14 000 €.
    Umweltverträglichkeit: Hoch, da regenerative Energie.
    Zukunftssicherheit: Aufgrund unbegrenzter Verfügbarkeit sehr zukunftssicher.
    Förderung: KfW- und BAFA-Förderungen.
    Vorteile: Keine Lagernotwendigkeit, unabhängig von Energieversorgern, lange Lebensdauer.
    Nachteile: Momentan ist der Energiebedarf alleine durch Solarenergie nicht zu decken.

Weitere Informationen zum Thema Heizungstechnik finden Sie auf www.heizungssysteme.org.

 

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